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Aktuelles
Zwei Trümpfe auf Erfolgskurs
Doppelspitze weitet den Blickwinkel

"Langjähriger Erfolg lässt einen bei schwankender Konjunktur gelassen reagieren", stellt Volker Trumpf fest.
Der 52jährige führt mit seinem Bruder Hartmut seit 1991 die Geschäfte von Trumpf Metallbau in Walzbachtal.
Das Unternehmen expandiert erstaunlich: In den letzten sieben Jahren verdoppelte sich der Personalstamm auf derzeit 118 Mitarbeiter.


Während Hartmut Trumpf für Akquisition, Investitionsplanung und Buchhaltung zuständig ist, kümmert sich Volker Trumpf um das Personalmanagement und ist der Spezialist für knifflige konstruktionstechnische Fragen.

Die Verantwortung für die Objekte teilen sich die Brüder: "Beträgt das Auftragsvolumen eines Objektes mehr als 200.000 €, leiten es Hartmut oder ich", berichtet Volker Trumpf, "bei einem geringeren Auftragswert werden Ingenieure eingesetzt."
Bis zu 10 Mio. € umfassen die Aufträge - so beispielsweise das Forschungs- und Entwicklungszentrum der Firma SEW-Eurodrive in Bruchsal.


Es ist kein Geheimnis, dass der Wettbewerb um Aufträge immer schärfer wird. Die Architekten testen die Unternehmen auf Herz und Nieren - um ihr Vertrauen zu gewinnen, muss man das gesamte Potenzial der Firma ins Gespräch bringen.
Das ist Chefsache, so Volker Trumpf. Als ein besonderes Zeichen für ihre Verlässlichkeit wertet es Hartmut Trumpf, dass sie so manchen Auftrag erhalten, obwohl die Planung im Detail noch gar nicht steht. Es heißt dann: Wir haben keine Lösung parat, entwickelt ihr doch die passende Konstruktion.


Im Jahr 1996 wurde Trumpf mit der Ausführung der Badenwerk-Zentrale in Karlsruhe beauftragt. Das Objekt umfasste ein Volumen von 7,5 Mio. € - die Personalkapazitäten reichten nicht aus. "Innerhalb von fünf Monaten wurden 30 neue Mitarbeiter angestellt. Seit dieser Zeit beginnen wir ein Beschäftigungsverhältnis immer mit einem Zeitvertrag", erklärt Volker Trumpf.
Die Arbeitsverträge werden auf 6 bis 18 Monate befristet.


Der Leistungsdruck spornt die Mitarbeiter enorm an, der Lohn ist dann meist ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis.
Diese Vorgehensweise führte mittlerweile zu einem Personalstand von 118 Mitarbeitern und hatte entscheidenden Anteil an der rasanten Expansion des Betriebes. "Wir haben inzwischen einige regionale Konkurrenzbetriebe überholt, nun gilt es, den Status quo zu halten", so Hartmut Trumpf. In den vergangenen drei Jahren hat die Firma rund 4,5 Mio. € in einen Büroneubau, in die Sanierung der Gebäude, die Erweiterung der Produktionsflächen sowie in Maschinen und Baustellenlogistik investiert. Insgesamt beträgt die Betriebsfläche nunmehr 15.400 m².
Konjunkturschwankungen allein sind für Hartmut Trumpf kein Grund, Personal abzubauen: „Jetzt Mitarbeiter zu entlassen oder die Aufträge an Fremdmonteure zu reduzieren, die seit vielen Jahren für uns tätig sind - das kommt für uns nicht in Frage", betont der 41jährige und fügt selbstbewusst hinzu: "Selbst wenn die Rezession noch eineinhalb Jahre andauert, wird uns das nicht gravierend treffen."


Personal. Heute beschäftigt Trumpf in Produktion und Montage drei Schlossermeister, 52 Metallbauer, 20 Hilfskräfte und 15 Auszubildende. Allerdings beschränkt sich die Montage, die das Unternehmen selbst ausführt, auf 40% der Aufträge, der Rest wird an externe Monteure abgegeben. Planung und Leitung der Baustellen liegen in den Händen von 15 Ingenieuren und Technikern. Die hohe Qualität der Zeichnungen sichern sieben CAD-Plätze. „Das Zeichnen per Software gehört in der Metallbaubranche inzwischen zum Standard", stellt Volker Trumpf fest. Im kaufmännisch-technischen Bereich sind acht Mitarbeiter tätig, die Verwaltung erledigen fünf Bürokräfte.

Im Rahmen eines internen Schulungsangebotes für Brand- und Schallschutz sowie Bauphysik können die Mitarbeiter ihr Fachwissen aktualisieren. Um das Personal kümmert sich Volker Trumpf, er achtet auf Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter. Trotz der über 100köpfigen Belegschaft ist er bemüht, sein Ohr an der Basis zu haben: Ich achte darauf, mit jedem Angestellten im Jahr zwei bis drei längere Gespräche zu führen."

Speziell im Bereich Ausbildung sieht Hartmut Trumpf "auch ein Lernfeld für uns". Beispielsweise die Ausbildung von Studenten der Berufsakademie (BA) Mosbach: "Wer sich mit dem Nachwuchs auseinandersetzt, frischt auf diesem Weg auch sein eigenes Fachwissen auf - talentierte und engagierte Mitarbeiter werden von uns unterstützt" So etwa ein Student der BA, der sich nach Abschluss seines Diploms zum Schweißfachingenieur weiterbildete. Ein bis zwei mal im Jahr stellt sich die Frage nach dem Großen Eignungsnachweis", weiß Hartmut Trumpf und freut sich, für solche Aufträge nun eine eigene Fachkraft im Betrieb zu haben.

Großes Potenzial. Die Produktpalette bei Trumpf umfasst Türen, Fenster, Pfosten-Riegel-Konstruktionen, Stahl-Glas-Objekte und Sonderkonstruktionen - vor allem Wintergärten. Zum letzteren Bereich gehört auch der Sonnenschutz: ,,Die Synergien, die sich hier ergeben, sollten sich Metallbauer nicht entgehen lassen", findet Hartmut Trumpf. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt derzeit in der Fertigung von Fenstern und Pfosten-Riegel-Konstruktionen für Fassaden. Dafür steht eine Produktionsfläche von fast 5.000 m² zur Verfügung.

Das Gros der Aufträge stammt aus Südwestdeutschland, selten befinden sich die Baustellen in einer größeren Entfernung als 200 Kilometer. Über gute Kontakte verschlägt es die Badener auch mal nach Hannover. Aber die Objekte im Norden Deutschlands sind Ausnahmen.

"Die Auftraggeber sind Privatkunden, überwiegend aber die mittelständische Industrie und Banken. Der Zusammenarbeit mit Generalunternehmern stehen viele skeptisch gegenüber, aber wir wickeln auch mit GUs Aufträge ab", sagt Hartmut Trumpf. Mit Zahlungsabschlägen nach einzelnen Bauabschnitten hat Trumpf gute Erfahrungen gemacht, trotzdem dauert es meist längere Zeit, bis die letzten 10% der Rechnung überwiesen sind.

Marketing. Für vielfältiges Sponsoring ist man der Firma Trumpf im 5.000-Seelen-Ort Watzbachtal sehr dankbar. "Wir unterstützen Sport- und Kulturvereine jährlich mit mehr als 100.000 €", berichtet Volker Trumpf. Auch die Werbung um Auszubildende ist in erster Linie regional ausgerichtet. "Wir stellen jährlich meist drei Auszubildende ein. Sie haben alle eine Chance nach der Gesellenprüfung übernommen zu werden".

Ein lokales Aushängeschild für den Metallbaubetrieb ist das Wohnhaus von Volker Trumpf. "Wer ein Haus mit großen Glasflächen mag, für den ist der Einsatz von Metall eine Alternative", meint er.

Zehn bis zwölf Kunden wirbt das Gebäude jährlich. "Für einen größeren Markt im Segment Wohnungsbau ist unser Unternehmen jedoch nicht ausgestattet". Die Bauweise Stahl-Glas ist eine optische Frage und eine des Geldes oder der Schnelligkeit, wie er betont.

Gute Einfälle. "Effiziente Strukturen - ob in der Fertigung, Montage oder Verwaltung - und Anreize fürs Personal sind wesentliche Faktoren. Wir müssen unsere Unternehmensstrukturen dem Markt anpassen und dürfen nicht darauf warten, dass sich der Markt zu unseren Gunsten dreht", sagt Volker Trumpf selbstkritisch.
Seiner Ansicht nach schlummern die Reserven vor allem bei den Mitarbeitern. "Würden Lohn und Leistung stärker gekoppelt, könnten die Personalkapazitäten besser genutzt werden." Beispielsweise, wenn eine Arbeitsgruppe gegen eine festgelegte Pauschale Projekte eigenverantwortlich abwickelt. "Mit externen Monteuren arbeiten wir bereits auf einer vergleichbaren Basis zusammen", erzählt er.


Versuche, mit Hilfe von Beratern die Betriebsabläufe effizienter zu gestalten, haben bislang nicht zu durchschlagenden Änderungen geführt. Volker Trumpf macht sich bei Schulungen - z.B. im Rahmen entsprechender Angebote des Systempartners Schüco - selbst schlau.

"Rationalisierung durch Innovation" - das Motto charakterisiert den Unternehmer sowohl in personalpolitischer als auch in technischer Hinsicht. Volker Trumpf hat ein Auge dafür, wie sich komplexe Konstruktionen vereinfachen und Arbeitsabläufe straffen lassen. Seine technische Begabung hat sowohl dem eigenen Unternehmen als auch manchem Bauherrn schon unverhofft Geld eingebracht.

Beim Objekt von Metzler in Frankfurt/Main etwa riet der Schlossermeister, die Scheiben für die Fassade aus Glaserkern nicht punktgehalten zu befestigen, sondern mit Hilfe einer speziellen Klebetechnik - der structural glazing technic. Aufgrund der daraufhin veränderten Planung konnte die Stärke der Glasscheiben von 30 mm auf 16 mm reduziert werden - dies senkte die Kosten sowohl für den Bauherrn als auch für den ausführenden Betrieb erheblich.

Dank seiner Kreativität bescherte Volker Trumpf auch den Monteuren Entlastung und sorgte für zusätzliche Personalkapazitäten.

Zum Einbau von Glasscheiben, die rund 700 kg wiegen, werden normalerweise sechs bis acht Mitarbeiter benötigt. Selbst bei großzügigem Personaleinsatz bleiben den Monteuren dabei aber Rückenschmerzen kaum erspart. Volker Trumpf fand die Lösung: den Minibagger mit Kranfunktion. Eigentlich ist der Roboman Spider von Ferrari konzipiert, um auf dem Friedhof Grabsteinplatten einzupassen. Mit ihrem geringen Eigengewicht von nur 1,1t kann die Maschine aber auch problemlos in Büroräumen fahren und ist flexibel auf der Baustelle einsetzbar. Zwar konnte Trumpf nicht das serienmäßige Gerät einsetzen, aber mit einer hydraulischen Seilwinde ausgestattet, "ist es beim Setzen von Glasscheiben äußerst hilfreich", erläutert Volker Trumpf. Der Personalaufwand reduziert sich auf zwei Mitarbeiter, die den Transport der Scheiben begleiten und sie - millimetergenau - einpassen. Der hydraulische Seilzug arbeitet absolut exakt.

Lohnende Partnerschaft. Sozusagen Gratiswerbung sind die Veröffentlichungen in Zeitschriften des Systemlieferanten Schüco. Erst kürzlich machte Trumpf gleich zweimal von sich reden: Mit einer Fotoaktion "Gehobener Wohnungsbau" hatte das Bielefelder Systemhaus seine Partner aufgefordert, Bilder von ihren Objekten einzusenden. In der Kategorie Wintergarten machte Trumpf das Rennen. Ein zweiter Beitrag war dem "Dentaurum" in Ispringen gewidmet, wo Trumpf beim Einbau der rund 60 Fenster den Schüco-Antrieb e-drive erstmals eingesetzt hatte. "Wir waren mit der Ausführung so frühzeitig dran, dass Schüco noch kein Makro für das 5-Achsen-CNC-Profilbearbeitungszentrum vorbereitet hatte", erinnert sich Hartmut Trumpf. Die hauseigenen Techniker sprangen in die Bresche und unterstrichen damit die Flexibilität des Metallbaubetriebes.

"Unternehmer, die ihre Firma mit alten Tretmühlen durch die Konjunkturflaute manövrieren möchten, werden sich vom Markt verabschieden müssen", prophezeit Volker Trumpf. Er wartet nicht auf den viel beschworenen Aufschwung, sondern krempelt selbst die Ärmel hoch.